Die Unshu-Serie von Hirai Woodturner: Die Artikelnummer nennt das Holz – und pro Tag entstehen vier bis fünf Stifte

In einer Gasse hinter der Einkaufsstraße von Kitatatsumi im Osakaer Bezirk Ikuno steht eine Werkstatt, in der Holz gedrechselt wird: Hirai Woodturner, gegründet im November 1970. Die hier gefertigte Reihe „Unshu“ aus Füllhaltern und Kugelschreibern umfasst in PencilDB 29 Artikelnummern.
Vom Schirmgriff zum Füllhalter
Dem Werkstattporträt beim Händler Shokunin.com zufolge beginnt die Geschichte 1962: Der Gründer kam aus Tokushima nach Osaka und lernte dort Drehbank und Drechslerhandwerk kennen. In den Boomjahren drechselte er Schirmgriffe. Später kamen Teile für Pinselstifte, für Kosmetikpinsel und für Angelgerät dazu – die Arbeit bestand vor allem aus Zulieferaufträgen für große Hersteller. Schreibgeräte unter eigenem Namen folgten erst sehr viel später.
Das Eisen heißt „Shaka“ – und der Drechsler schmiedet es selbst
Drechseln heißt, ein Eisen an rotierendes Material zu führen und die Form herauszuschneiden. Die Werkstatt erklärt, dieses Eisen werde Shaka genannt und sei der Handfläche Buddhas nachgebildet. Gekauft wird es nicht: Jeder Handwerker fertigt es passend zur eigenen Arbeitsweise selbst. Die Drehbank selbst, heißt es auf derselben Seite, lasse sich bereits im vorchristlichen Ägypten nachweisen; in Japan seien die Millionen Pagoden der Nara-Zeit in großer Zahl auf ihr gedrechselt worden. Mehr als vier bis fünf Stifte pro Tag, so die Werkstatt, sind nicht zu schaffen.
Am Anfang der Nummer steht das Holz
Die Unshu-Nummern sind kurz. ST-M ist der Füllhalter aus Palisander, KT-M aus gestreiftem Ebenholz, YS-M-noring aus Yakusugi-Zeder, SK-B der Kugelschreiber aus Kirsche. Zwei bis drei Buchstaben für das Material, und im darauf folgenden Kürzel ein M für Füllhalter oder ein B für Kugelschreiber – bei allen 26 alphanumerischen Artikelnummern in PencilDB ohne Ausnahme.
Der Preis folgt fast ausschließlich dem Material. Unter den Unshu-Kugelschreibern kosten Karin, Kirsche, Tigerwood, gestreiftes Ebenholz und Purpleheart je 11.000 Yen, Palisander und Yakusugi 14.300 Yen. Füllhalter beginnen bei 16.500 Yen für Tigerwood, Modelle mit 14-Karat-Feder ab 39.600 Yen. Das teuerste Einzelstück ist gar kein Holz: SI-GM aus Hirschgeweih, für 49.500 Yen.
2025 wurde der frühere Inhaber „Meister der Gegenwart“
Nach Mitteilung der Werkstatt wurde Mamoru Hirai, ihr früherer Inhaber, für das Jahr 2025 als „hervorragender Handwerker“ – im Volksmund „Meister der Gegenwart“ – ausgezeichnet. Das japanische Arbeitsministerium nennt für dieses Jahr 142 Geehrte; die Auszeichnung selbst besteht seit 1967. Im November 2018 wurde er zudem als Osaka Techno Master anerkannt. Wie Hirai Yakusugi drechselt, liegt seit vierzehn Jahren auf dem Kanal „Shokunin.com“ mit 1.110 Abonnenten.
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Offizielle Website von Hirai Woodturner
Shokunin.com: Porträt Hirai Woodturner
Hervorragende Handwerker 2025 bekanntgegeben (Waza no Tobira, MHLW)